
§13 EnWG:
Engpässe aus
vorgelagerten Netzebenen beheben

Im Sommer speisen bereits zwei Drittel aller Transformatoren täglich in die Mittelspannung zurück: Tendenz steigend. Wenn Mittel- und Hochspannung an ihre Grenzen stoßen, ermöglicht §13 EnWG kurzfristige Eingriffe in der Niederspannung: Kleinanlagen unter 100 kW können in Redispatch-Maßnahmen einbezogen werden, auch wenn das eigene Niederspannungsnetz noch kein Problem hat. Wer dann keine funktionierende Steuerkette hat, kann auf diesen Steuerbefehl nicht reagieren.
Wir informieren Sie über die Anforderungen des §13 EnWG und zeigen, wie Netztransparenz und Echtzeitdaten ein wirksames Engpassmanagement unterstützen.
Was steckt hinter §13 EnWG?
§13 EnWG regelt die Systemverantwortung der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB). Wenn die Sicherheit oder Zuverlässigkeit des Elektrizitätsversorgungssystems gefährdet ist, sind ÜNBs berechtigt und verpflichtet, alle nötigen Maßnahmen zur Stabilisierung zu ergreifen – bis hin zu Eingriffen in die Niederspannung.
Anders als §14a EnWG, der präventiv und planbar ist, greift §13 EnWG reaktiv und kurzfristig. Auch kleine steuerbare Anlagen in der Niederspannung können herangezogen werden – selbst wenn der VNB vor Ort kein eigenes Problem hat.
§13 EnWG gibt ÜNBs ein abgestuftes Instrumentarium: von marktbasierten Maßnahmen bis zum direkten Eingriff:
Netzbezogene Maßnahmen
Netzschaltungen zur Umverteilung von Lasten und Erzeugung innerhalb der Regelzone.
Marktbezogene Maßnahmen
Einsatz von Regelenergie, abschaltbare Lasten, Management von Engpässen über Marktmechanismen.
Eingriff in die Niederspannung
Als Letztmaßnahme: Steuerung steuerbarer Anlagen in der Niederspannung – auch kleine Anlagen unter 100 kW können herangezogen werden.
Was bedeutet §13 EnWG für Verteilnetzbetreiber?

Steuerimpuls empfangen
Welche Anfrage kommt vom übergelagerten Netzbetreiber, und mit welcher Dringlichkeit?

Reaktionsfähigkeit sicherstellen
Wie schnell kann reagiert werden, auch bei kurzfristigen und unangekündigten Eingriffen?
Anlagen heranziehen
Welche steuerbaren Anlagen werden diskriminierungsfrei und ohne manuellen Eingriff genutzt?
Nachweis erbringen
Wie wird die Maßnahme dokumentiert und auch bei extern ausgelösten Steuerfällen gemeldet?
Wie läuft der Steuerimpuls ab?

Steuerimpulse nach §13 EnWG folgen einer klaren Hierarchie – von der Regelzone bis zur steuerbaren Anlage in der Niederspannung:

So unterstützt Sie SMIGHT bei der Umsetzung von §13 EnWG
Laut SMIGHT-Messdaten aus über 53.000 gemessenen Abgängen speisen im Sommer bereits zwei Drittel aller Transformatoren täglich in die Mittelspannung zurück – mit steigender Tendenz. Wenn Steuerimpulse aus höheren Netzebenen kommen, muss der VNB schnell und dokumentiert reagieren können. SMIGHT NeMS validiert eingehende Anfragen und stellt sicher, dass Steuerungen netzstabil, diskriminierungsfrei und automatisch zurücknehmbar umgesetzt werden.

Eingehende Steuerimpulse validieren
SMIGHT NeMS prüft Anfragen aus höheren Netzebenen und setzt sie netzstabil und diskriminierungsfrei um.

Schnelle Reaktionsfähigkeit
Durch eigene Sensorik und Echtzeit-Messwerte ist der VNB jederzeit handlungsfähig – auch bei kurzfristigen §13 EnWG-Eingriffen.
Automatische Rücknahme
Nach Behebung des Engpasses wird die Steuerung automatisch zurückgenommen – ohne manuellen Eingriff.

Rechtssichere Dokumentation
Alle Steuervorgänge werden lückenlos protokolliert – auch bei extern ausgelösten §13 EnWG-Maßnahmen.
Häufig gestellte Fragen zu §13 EnWG:
Beide Instrumente dienen der Netzstabilität – aber sie unterscheiden sich grundlegend in der Funktionsweise:
Redispatch 2.0: Planbar, Day-Ahead
Redispatch ist eine planbare Maßnahme, die am Vortag oder innerhalb von Stunden koordiniert wird. Gezielte Anpassung von Erzeugungsleistung mit bilanziellen Ausgleichsmechanismen.
§13 EnWG: Reaktiv, akute Stabilisierung
§13 EnWG greift sofort bei akuter Gefährdung – kurzfristig, reaktiv, ohne planbare Vorlaufzeit. Entschädigung ist möglich, aber anders organisiert als beim Redispatch.
Kein Einzelfall. Laut SMIGHT-Messdaten aus über 53.000 gemessenen Abgängen speisen im Sommer bereits zwei Drittel aller Transformatoren mindestens einmal täglich in die Mittelspannung zurück — mit steigender Tendenz. Das Problem sitzt also nicht in der Niederspannung selbst, sondern in dem, was sie nach oben weitergibt.
Das hängt stark von der Netzstruktur ab: Flächennetze mit hoher PV-Durchdringung sind deutlich stärker betroffen als städtische Netze, in denen Einspeisung eine geringere Rolle spielt. SMIGHT-Messdaten zeigen außerdem, dass über die Hälfte aller kritischen Abgänge einspeisegetrieben sind — §9 EEG und §13 EnWG sind damit oft mindestens so relevant wie das klassische Lastmanagement nach §14a EnWG.
Ja. SMIGHT NeMS gibt eine dreistufige Rückmeldung: Befehl empfangen, Befehl valide, Befehl tatsächlich umgesetzt. Das gilt unabhängig davon, ob der Steuerbefehl aus §14a EnWG, §9 EEG oder einem extern ausgelösten §13 EnWG-Fall stammt. Die technische Rückverfolgbarkeit ist immer dieselbe.
Die Steuerkette ist identisch. Wer bereits für §14a EnWG CLS-Management, BDEW-Web-API und Steuerbox-Anbindung etabliert hat, greift bei §13 EnWG-Eingriffen auf genau dieselbe Infrastruktur zurück. Es entsteht kein separates Projekt.
Genau hier liegt der Mehrwert von SMIGHT NeMS gegenüber reinem Befehlsempfang: Statt nur passiv auszuführen, kann das System auf Basis von Echtzeitdaten, Prognosen und dem digitalen Netzmodell zurückmelden, wie viel Flexibilität tatsächlich verfügbar ist. Die Niederspannung wird so vom reinen Befehlsempfänger zum aktiven Partner in der Koordination.
Für gemessene Punkte basiert die Prognose auf Echtzeitmessdaten. Für nicht gemessene Abgänge nutzt SMIGHT einen Machine-Learning-Ansatz auf Basis von Netztopologie und einer breiten Messdatenbasis. Nach aktueller Einschätzung ist diese Prognosequalität bereits ausreichend zuverlässig, um einen §13 EnWG-Steuerbefehl darauf auszuführen.
Ja, und das ist sogar der häufigere Fall heute. SMIGHT bietet dafür eine Übergangslösung mit einem HS/MS-Koordinationsmodul: Der Leitstellen-Operator kann den Steuerbedarf manuell in eine Oberfläche eingeben, die ihn automatisch in die Niederspannungssteuerung propagiert. Solange die direkte Systemanbindung zwischen den Leitsystemen noch nicht flächendeckend verfügbar ist.
Paragraphenjungle
Lastmanagement
Enpgassmanagment
Steuerbarkeitscheck













