
E-Werk Großwilfersdorf
Klarheit schaffen | Investitionen optimieren
Die 1917 von engagierten Bürgern gegründete Elektrizitätsgenossenschaft Großwilfersdorf hat sich von einer lokalen Initiative zu einem modernen Netzbetreiber und Energielieferanten für über 1.900 Netzkunden entwickelt. Heute erzeugen vier Wasserkraftwerke rund 3,5 Millionen kWh pro Jahr und versorgen damit etwa 850 Haushalte zuverlässig mit erneuerbarer Energie. Das E-Werk zeigt eindrucksvoll, wie sich regionale Energieversorgung nachhaltig weiterentwickeln kann und bietet wertvolle Impulse für andere Verteilnetzbetreiber.Wo besteht
Handlungsbedarf?
Das Unternehmen steht vor Herausforderungen, die viele Netzbetreiber kennen: ein über Jahrzehnte gewachsenes Netz, steigende Anforderungen durch die Energiewende und ein hoher Investitionsbedarf bei begrenzten Budgets. Um Erneuerungen und Netzausbau künftig gezielter planen zu können, testet das E-Werk seit Herbst 2025 die Niederspannungs-Monitoring-Lösung SMIGHT Grid2. Ziel des Pilotprojekts ist es, erstmals ein belastbares Bild der tatsächlichen Netzsituation zu erhalten.
Gerade in den ausgewählten Pilotstationen war aufgrund des hohen Photovoltaik-Anteils mit relevanten Rückspeisungen zu rechnen. Während die bisher eingesetzte Messtechnik vor allem den Energiebezug erfasste, ermöglicht das Monitoring nun auch eine transparente Bewertung von Rückspeisungen und deren Auswirkungen auf das Netz.
Besonders wertvoll sind die Daten für die Priorisierung von Investitionen. Im Netzgebiet laufen derzeit zahlreiche Erneuerungsmaßnahmen. Dachständerleitungen werden zurück gebaut, Hausanschlüsse verkabelt und ältere Ortsnetzstationen ersetzt. Gleichzeitig entstehen neue Anforderungen durch Photovoltaik-Anlagen und steigende Belastungen im Niederspannungsnetz.

Ganzheitlicher Blick auf die Netzsituation
Mittlerweile wurden drei Ortsnetzstationen und ein Kabelverteilerschrank mit SMIGHT Grid2 ausgestattet. Neben den Trafomessungen werden auch sämtliche Abgänge kontinuierlich überwacht.
Dank der SMIGHT Grid2 Sensor Flex konnten diese in allen Stationen problemlos installiert und die Stationen innerhalb kurzer Zeit digital abgebildet werden. Die Kombination ermöglicht einen ganzheitlichen Blick auf die Netzsituation und erleichtert die Bewertung von Lastflüssen, Einspeisungen und Betriebsmittelgrenzen.

Beispiel: Lastspitzen richtig bewerten

Eine erste wichtige Erkenntnis lieferte ein Abgang, über den eine Kläranlage versorgt wird. Die Pumpen verursachen regelmäßig hohe Anlaufströme, die in den Lastgängen deutlich sichtbar werden. Auf den ersten Blick wirken diese Lastspitzen kritisch. Die Auswertung der gemessenen Daten zeigte jedoch, dass die Belastung nur kurzzeitig auftritt und die Betriebsmittel dauerhaft nicht an ihre Grenzen bringt. Gleichzeitig wurde eine geplante Kabelverstärkung umgesetzt, deren Wirkung sich unmittelbar in den Messdaten nachvollziehen ließ.
Das Beispiel zeigt, welchen Unterschied reale Messdaten machen können. Statt auf Annahmen oder Einzelmessungen angewiesen zu sein, lassen sich Netzsituationen objektiv bewerten und Investitionen fundierter begründen.
Vom Bauchgefühl zur
Entscheidungsgrundlage?
Für das Feistritzthaler Elektrizitätswerk liegt der größte Mehrwert des Projekts in der besseren Entscheidungsgrundlage. Maßnahmen können gezielter priorisiert und notwendige Investitionen nachvollziehbar begründet werden: sowohl gegenüber internen Entscheidungsträgern als auch gegenüber externen Partnern.
Darüber hinaus dienen die Daten als Frühwarnsystem. Kritische Entwicklungen werden frühzeitig sichtbar und können bewertet werden, bevor Handlungsbedarf entsteht. Perspektivisch sollen die gewonnenen Erkenntnisse dabei helfen, Netzausbau und Netzbetrieb noch stärker datenbasiert auszurichten.
Ausblick & Fazit

Transparenz als Grundlage für die Netzmodernisierung
Der Pilot läuft mittlerweile seit mehr als sechs Monaten. Auch wenn aktuell andere Investitionsprojekte im Vordergrund stehen, bewertet das Feistritzthaler Elektrizitätswerk die gewonnenen Erkenntnisse als wichtigen Baustein für die zukünftige Netzentwicklung.
Denn eines hat das Projekt bereits gezeigt: Erst die Kombination aus Last- und Einspeisetransparenz schafft die Grundlage, um Netzzustände objektiv zu bewerten, Investitionen gezielt zu priorisieren und Entscheidungen auf Basis von Fakten, statt Vermutungen zu treffen.
SMIGHT_E-Werk_Grosswilfersdorf_AT_07-2026
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